Friseur
Hilfe, der Deutsche kommt!
7. August 2014
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Beschreibung der Frisur

Oder: Warum ich zum Friseur gehen hasse. Ein Meinungsbeitrag zu meiner neuen Friseurin:

Um auch einigermaßen gepflegt in Brasilien zu erscheinen habe ich mich zum Friseur begeben, um mir meine einfache Frisur schneiden zu lassen. Es war eigentlich wie immer, ich war 5 Minuten zu früh (vor Aufregung und ein bisschen vor Angst), wurde auf einen freien Platz gesetzt und bekam einen Café (das ist auch der Grund warum ich in diesen Friseur-Salon gehe.). Danach begrüßte mich anstatt der gewohnten Friseuse ein neues Gesicht: die Uschi (Name von der Redaktion geändert – das wollte ich schon immer mal schreiben.). Sie war seit Mitte Juli angestellt und wusste dementsprechend nicht, wie meine Frisur aussehen sollte (mein letzter Termin war schon länger her). Ich erklärte es ihr mit meinem üblichen Satz: “bitte an den Seite kürzer, oben etwas länger, auf keinen Fall einen Undercut”.

Sie schien es verstanden zu haben, dann ging es zum Haare waschen (inklusive Kopfmassage – hier stimmt einfach der Service!) anschließend waren meine Haare “ready-to-cut”. Üblicherweise werde ich in einen Small-Talk verwickelt und in ca. 15-20 Minuten sind meine Haare fertig geschnitten. An diesem Tag sollte es alles anders werden…

Schon als sie anfing meine Haare zu schneiden, hat sie immer wieder verschiedene Fragen zur Wunsch-Frisur gestellt. Es fand auch kein Small-Talk statt. Zu diesem Zeitpunkt fande ich das auch ganz gut, so konnte ich einfach ein bisschen vor mich hindösen. Nach knapp einer Stunde war es dann vollbracht: ich hatte die klassische Nazi-Frisur! Sturmbandführer Ernst war wieder zur Stelle. Sie hatte es tatsächlich geschafft -kurz vor meiner Reise- mir eine Nazi-Frisur zu verschaffen, natürlich noch mit einem zarten Hauch von Undercut – Volltreffer! Hätte ich einen bisschen mehr Oberlippen-Bartwuchs, wäre ER wieder zurück (natürlich nur von der Frisur her…). Hierbei sollte man noch erwähnen, dass es keine Deutsche war die mir die Haare geschnitten hat, sondern eine Österreicherin. (bisschen sticheln muss schon sein.)

Jetzt haben wir den Salat: Ich sehe tatsächlich aus wie der klassische Nazi. Kommt bestimmt super in das Land zu reisen wo wir (die Deutschen) die Brasilianer im Halbfinale mit 7:1 gedemütigt haben und ich jetzt – knapp 1 Monat später – mit der Nazi-Frisur einmarschier..ähh einreise. Tja, das Klischee lebt. Nachdem ich das Unglück schon vor Ort erkannt hatte, wollte ich auch noch wissen, ob es sein kann, dass ich in der Sonne wieder so stroh-blond werde wie früher. Die Uschi bestätigte das. Dann war das Bild komplett. Blond, blaue Augen next stop Brasilien.

Liebe Uschi solltest du das lesen, ich werde nicht wieder kommen (zu dir zumindest, denn den Café und die Kopfmassage finde ich zu gut…). Ich wollte eigentlich in der Welt das Bild der Deutschen verändern, aber jetzt sehe ich aus wie der, den sie aus den Geschichtsbüchern kennen. Dafür danke ich Ihnen von ganzem Herzen!

 

 

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JJ

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