Rio de Janeiro Surfing
Ankunft im Surfcamp und ersten Surfstunden
20. August 2014
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Hostel Surfen

Ankunft

Wie schon in meinem vorletzten Beitrag, “Alles Seiten von Rio de Janeiro kennengelernt“, angekündigt, bin ich derzeit in einem Surfcamp. Der Weg von Rio de Janeiro bis hierhin war schon wieder mehr als abenteuerlich. Bevor ich losgefahren bin habe ich mich informiert wie ich fahren muss, nämlich mit den Bus 360 nach Recreio, zur Endstation. Von da aus waren es knapp 100 Meter bis zum Hostel. Klang eingentlich recht einfach. Also habe ich meinen Koffer gepackt und los gings. Damit dieses Mal nichts schief gehen konnte, habe ich mir ein Taxi zum Strand von Ipanema gegönnt, da die Straßen/Gehwege sehr uneben und eine Katastrophe sind. Mit meinen sehr guten Portugiesisch-Kenntnissen und den sehr guten Englisch-Kenntnissen des Taxifahrers habe ich es dann irgendwie geschafft zur Busstation zu kommen an der Bus abfährt. Dort angekommen, wurde mir erklärt, dass es in Rio de Janeiro weder feste Zeiten gibt wann der Bus abfährt noch weiß man nie die genaue Route. Totales Chaos, ich mittendrin. Nachdem ich eine gute Stunde auf den Bus 360 gewartet habe (obwohl mir mehrfach versichert wurde, dass er hier abfährt… :-( ), habe ich einen anderen Bus gefunden, der nach Recreio gefahren ist. Stand zumindest draußen am Schild und der Busfahrer hat es auf die Frage: “Recreio?” auch bestätigt. Na gut, dann saß ich in einem sehr luxeriösen Bus (kein Witz!), mit viel Platz, Klimanlage, Beinfreiheit – gar nicht passend für Brasilien. Nach gut 1 Stunde Fahrt kamen wir an den berühmten, großen Shoppingcenter an der Küste vorbei. So Pie mal Daumen stimmte die Route noch. Somit lehnte ich mich erstmal entspannt zurück. Nach den Shoppingcenter sind wir wieder auf die Autobahn, bis die Fahrt auf einmal in einem riesen großen Favela endete. Der Busfahrer bat mich auszusteigen, da keine Rundfahrten erlaubt sind. Ich war aber auf keinen Fall bei dem Surfcamp sondern einfach Irgendwo im Nirgendwo. Gott sei Dank fuhr gerade ein Taxi herum (Ich glaube es war das einzige in diesem Favela), hat mich aufgenommen und mit Hilfe von Google-Maps zum Surfcamp gefahren. Puuh, das ist nochmal gut gegangen. Ich habe mich schon in diesem Favela bis auf die Unterhose ausgeraubt gesehen. Vor allem da es zu diese Zeitpunkt schon dunkel gewesen ist. Na Mahlzeit. Nachdem ich im Hostel eingecheckt bin, ging es erstmal straight ins Bett, ich war einfach fix und fertig. Außerdem ging es sofort am nächsten Morgen um 8:00 Uhr mit der ersten Surfstunde los.

Erwähenswert ist auch, dass das Hostel in einem sehr armen, suburbanen Stadtteil gelegen ist. Die Straßen und Häuser herum sehen aus wie in Favelas, irgendwie zusammengeschustert mit Materialien, die gerade zur Verfügung stehen. Aber scheinbar sind die Leute nur arm und nicht kriminell wie in Rio de Janeiro. Deshalb kann man sich auch als “Gringo” durch die Straßen gehen. Am Abend sollte man aber – nur zur Sicherheit – zu zweit gehen. Für mich gilt aber, sobald es dunkel wird, gehe ich nicht mehr raus. Auch ist das Hostel von Mauern umgeben und bei dem Tor kommen nur die Gäste und Angestellten rein. Sonst keiner. Also sehr sicher.

Surfen in Rio de Janeiro

7:30 Uhr, Zeit fürs Frühstück. Mit Ringen unter den Augen quälte ich mich aus dem Bett zum Frühstück. Dort lernte ich die anderen Kursteilnehmer kennen. Alles auch Anfänger, sehr angenehm. Dann wurden die Surfboards auf den Van geladen und los gings an den Strand. Dort schlüpften wir in unsere Surfanzüge, schnappten uns unsere Surfboard und gingen erstmal nur an den Strand. Da folgte dann das 20 Minuten dauernde Warm-Up mit Streching, Kraftübungen und einen sehr kleinen Lauf am Strand. Danach ging es aber nicht wie erhofft sofort ins Wasser, sondern wir blieben erstmal noch am Strand und machten Trockenübungen. Wir lernten wie man paddeln sollte und vor allem wie wir vom Board aufstehen sollten wenn wir eine Welle erwischen. Anschließend ging es ab ins Wasser. Am Anfang bekam man erstmal einen schönen Kälteschock: Das Wasser bzw. Meer war saukalt. Zum Glück hatten wir die Surfanzüge an, ansonsten hätte ich es nicht lange ausgehalten im Wasser. Dann ging es raus aufs Meer zu den ersten Wellen. Wir wurden immer einzeln zu den Wellen hingebracht (Es ist für einen Laien sehr schwer zu erkennen, wann eine Welle wo, wie bricht) und gaben uns dann immer mit dem Ruf “Kepp paddling” und einem Schupps in Richtung der Welle die Möglichkeit die Welle zu erreichen und diese auch zu stehen. Dann spürte man die enorme Gewalt der Welle unter sich, versucht aufzustehen, die Balance zu finden und die “Welle zu reiten”. Einmal ist es mir halbwegs geglückt aufzustehen und zu stehen. Aber es ist verdammt schwierig sich auf dem Board hinzustellen zudem sehr kraftraubend nach jeder Welle wieder raus zu schwimmen. Nach insgesamt 2 Stunde geht es wieder zurück zum Hostel, Surfboards und -anzüge sauber machen. Danach ist man erstmal geschafft, duscht und legt sich nochmal hin (ich zumindest). Am Nachmittag hätte man dann Zeit für andere Aktivitäten wie sich Rio de Janeiro anzusehen oder einkaufen gehen, aufwendig kochen und und und… Für mich heißt es natürlich immer einen neuen Blogeintrag zu schreiben… Vielleicht schaffe ich es mal ein paar Bilder vom Surfen zu machen und online zu stellen. Mal sehen. Jetzt muss ich aber mal was zu Essen machen, ich habe verdammt Hunger…

Stay tuned…

P.S.: Der Koffer ist mitlerweile längst angekommen, war vollständig und wurde mir direkt noch zu Mariana geliefert. Somit wieder einmal Glück im Unglück – wie so oft hier.

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JJ

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