Allgemein
Alle Seiten von Rio de Janeiro kennengelernt
17. August 2014
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Gestern ware ich kurz davor eine neue Seite mit Tipps und Tricks für Rio de Janeiro anzulegen. War aber noch nicht ganz fertig, deswegen ist sie noch nicht live gegangen. Da ging es auch um das Thema Sicherheit bzw. wie man vermeidet überfallen zu werden. Tja was soll man sagen, trotz der Theorie wurde ich gestern zum ersten Mal in Rio de Janeiro überfallen. Geldbeutel und Handy weg. Passiert. Am Anfang war ich total aufgewühlt und einfach nur stinksauer. Aber im Prinzip war es meine Schuld. Ich bin nach der U-Bahn nicht in ein Taxi gestiegen, sondern habe mich dazu verleiten lassen noch mal an der Strandpromenade vorbeizuschauen. Da es davor so nett in Lapa gewesen ist, dachte ich das wäre eine gute Idee hier den Abend ausklingen zu lassen. Am Anfang war auch noch einiges los. Dann bin ich irgendwie in Gedanken versunken und auf einmal kamen zwei Typen auf mich zu und wollten mir Drogen verkaufen. Ich habe natürlich abgelehnt und bin weitergegangen. Die zwei Gauner haben immer weiter auf portugisisch auf mich eingeredet und irgendwann haben sie jeweils ein Sprungmesser rausgeholt Geldbeutel und Handy genommen und sind weggelaufen. Sofort sind zwei andere junge Brasilianer ihnen nachgerannt und wollte sie stellen. Aber sie waren schon auf und davon. Diese haben mich auch dann zur Seite genommen (Ich war erst mal ziemlich unter Schock…) und haben mich an einen sicheren Ort gebracht. Anschließend haben sie mir noch ne Cola gekauft und mich nach Hause gefahren. Sie waren echt sehr hilfsbereit. Mir selber ist nichts passiert – keinen Kratzer abbekommen. Glück im Unglück. Auch befand sich in meinem Geldbeutel nur 12 bras. $ und leider aber mein Personalausweis. Aber Reisepass war daheim. Alles halb so wild. Das Handy war auch über 2 Jahre alt. Somit ist auch der finanzielle Schaden nicht all zu hoch.

Als ich dann daheim war habe ich mit Mariana über den Vorfall gesprochen. Wir haben dann darüber diskutiert, sind auf den Schock erst mal mit dem Hund von Luiza Gassi gegangen, danach noch Sushi essen. Das hat geholfen, der Schock inkl. verkrampfter Magen war weg. (Vllt. lag es auch an den traditionellen brasilianischen Schnaps den wir getrunken haben. :-) ) Sie hat mir dann auch erklärt, dass man als Einheimischer mit dieser Angst, ausgeraubt, überfallen oder ähnliches, täglich leben muss und das sehr anstrengend sei. Nachdem es mir selber passiert ist, verstehe ich es um so besser. Somit habe ich ziemlich viel von Rio de Janeiro kennengelernt, nicht nur die touristischen und guten Seiten sonder auch die reale. Aber nachdem ich wissen wollte wie die Brasilianer leben, “musste” ich in gewisser Weise das auch erleben. Mariana selber meinte, dadurch lernt man sehr gut nicht so materalistisch zu leben und einfach auch mal loszulassen. Oder einfach am Abend nur noch Taxi zu fahren (was eigentlich nicht teuer ist….).

Wie würde jetzt Lothar Mathäus sagen: “Again what learned!”

So jetzt geht es aber erstmal surfen und auf keinen Fall Trübsal blassen. Ab zu Riosurfnstay….

Looking forward to it!

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JJ

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  • […] schon in meinem vorletzten Beitrag, “Alles Seiten von Rio de Janeiro kennengelernt“, angekündigt, bin ich derzeit in einem Surfcamp. Der Weg von Rio de Janeiro bis hierhin war […]